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Der Charakter
Der Aussie wird häufig als unkomplizierter, nicht jagender, kinderfreundlicher, sich mehr oder weniger selbst erziehender Familienhund angepriesen. Andere bezeichnen ihn als “Border Collie Light”. Während der FCI Standard sehr wenig zum Charakter des Australian Shepherd aussagt, gibt der ASCA (Australian Shepherd Club of America) Standard zumindest einige Hinweise. So heißt es übersetzt: Der Australian Shepherd ist intelligent und in erster Linie ein Arbeitshund mit ausgeprägten Hüte- und Schutzinstinkten. Er ist ein außergewöhnlicher  Begleiter. Er ist vielseitig und leicht auszubilden und erfüllt seine Aufgaben mit viel Stil und Enthusiasmus. Er ist reserviert gegenüber Fremden, aber darf sich nie scheu zeigen. Trotz seiner recht aggressiven, durchsetzungskräftigen Arbeitsweise ist Bösartigkeit gegenüber Menschen oder anderen Tieren nicht tolerierbar. Schaut man sich die Aussage dieses Standards einmal genauer an, fällt schon auf, dass der Aussie kein Hund für jedermann ist. Gehen wir diese Aussagen der Reihe nach durch: 1. Der Australian Shepherd ist intelligent  Oh ja, und ob er das ist. Der Australian Shepherd verknüpft ausgesprochen schnell und lernt dementsprechend schnell. Das gilt für Dinge, die er lernen soll genauso wie für Dinge, die er nicht lernen soll. Was Kommandos wie Sitz oder Platz bedeuten hat er sehr schnell begriffen. Genauso schnell hat er aber auch gelernt, dass er Aufmerksamkeit bekommt, wenn er Herrchen bzw. Frauchen anstupst oder ein Spielzeug bringt, dass Frauchen abgelenkt ist, wenn sie telefoniert und man deshalb Dinge tun kann, die ansonsten verboten sind, dass bei Tante Ida immer mal ein Happen vom Tisch abfällt, wie man Türen und Reißverschlüsse öffnet und wie man sein gesamtes Umfeld bestmöglichst manipulieren kann. Hunde sind grundsätzlich Opportunisten, Aussies sind intelligente Opportunisten. Glauben Sie es ruhig, auch das niedliche, kleine Aussiebaby mit dem zuckersüßen Augenaufschlag hat schnell begriffen, was es tun muss, um seinen Menschen ein Leckerchen Spielzeug oder auch nur Aufmerksamkeit in Form von Entzückensschreien und Aussagen wie “ach guck doch mal, wie süß der guckt” zu entlocken. Die rasche Verknüpfungsgabe hat übrigens noch einen weiteren nicht zu unterschätzenden Nachteil, nämlich die Gefahr von Fehlverknüpfungen, frei nach dem Beispiel: • Als ich das letzte mal einen Radfahrer gesehen habe ist Frauchen mir auf die Pfote getreten. • Radfahrer bedeuten: Frauchen tritt mich! • Radfahrer sind doof! Und anschließend je nach Charakter des Hundes entweder “Hilfe ein Radfahrer, nichts wie weg” oder “Aha, ein Radfahrer, den hol ich mal runter von seinem Rad”. Zieht man den normalen Aussiecharakter in Betracht, wird bei den meisten Aussies eher letzteres der Fall sein. Davon abgesehen ist es eine Freude, mit einem Aussie zu arbeiten, ihn Auszubilden und ihm Tricks beizubringen. Allerdings sollte man die Trainingseinheiten kurz halten, da es dem intelligenten Hund sonst schnell zu langweilig wird. 2. Der Aussie ist in erster Linie ein Arbeitshund Und das bedeutet, dass de Aussie nach wie vor einen hohen Arbeitsdrang hat. Damit verbunden ist die schon besagte Intelligenz, sowie ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft und eine starke Leistungsbereitschaft einhergehend mit einer gewissen Härte. Das sind phantastische Eigenschaften, wenn man mit seinem Hund wirklich arbeiten oder recht aktiv Hundesport betreiben will. Es sind eher lästige Eigenschaften für alle, die einen netten, unkomplizierten Familienhund suchen. Um es klar zu sagen, intelligente, nette Hunde, die weniger fordern, findet man auch in anderen Rassen, ein gutes Beispiel sind viele Begleithunderassen, allen voran der Pudel. Kein Schäfer könnte einen Hund brauchen, der sich von der kleinsten Kleinigkeit von der Herde ablenken lässt, beim kleinsten Wehwehchen die Arbeit verweigert oder in Härtefällen nicht bis an seine Grenzen und darüber hinaus geht. Für solche Arbeit wurde der Australian Shepherd gezüchtet. Auf der anderen Seite braucht auch kein Schäfer einen Hund, der 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche bespaßt werden möchte. Das Leben mit einem Aussie ist ein Balanceakt zwischen artgerechter Auslastung und Unterhaltung im Übermaß. 3. Der Aussie hat ausgeprägte Hüte- und Beschützerinstinkte Die wenigsten Menschen die sich für einen Aussie interessieren tuen dies, weil sie eine große Schaf- oder Rinderherde zu hüten haben, sondern suchen (hoffentlich) einen sportlichen, leichtführigen Begleiter. Nichts desto trotz ist der Hütetrieb im Wesen unseres Aussies fest verankert. Der Hütetrieb ist ein Teil des Jagdverhaltens, der jedoch aus nachvollziehbaren Gründen vor dem Tötungsbiss endet. Dennoch, zu behaupten ein Hütehund hätte keinen Jagdtrieb ist fatal und viele Aussies haben einen ausgeprägten Jagdtrieb, der von klein auf in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Zum Hütetrieb ist weiterhin zu sagen, dass der Aussie zum Hüten von Schaf- sowie Rinderherden gezüchtet wurde, was eine ganz andere Arbeitsweise erfordert als beim Border Collie, mit dem er so häufig verglichen wird. Zunächst einmal arbeitet der Aussie deutlich näher an der Herde, zum zweiten braucht es zum Hüten von Rindern einen wesentlich durchsetzungsfähigeren Hund, was weiter unten noch detaillierter beschrieben wird. Neben dem Hütetrieb ist auch der Schutztrieb beim Aussie stark ausgeprägt, was ihn zum einen zu einem vielseitigen Hund macht, zum anderen aber auch zu Problemen führen kann, insbesondere bei einer so selbstbewussten Rasse wie dem Australian Shepherd. Aus diesem Grund braucht der Aussie mehr als viele aderen Rassen eine konsequente Führung, der er vertrauen und auf die er sich verlassen kann. 4. Der Aussie ist vielseitig und leicht auszubilden Der Aussie wurde zwar in erster Linie als Hütehund gezüchtet, sollte aber schon immer auch Schutzfunktionen für Haus, Hof, Farm und Herde übernehmen. Dies, sowie die für die Hütearbeit notwendige enge Kooperation mit dem Menschen machen den Aussie zu einer ausgesprochen vielseitig verwendbareb Rasse. Im Umkehrschluss muss man natürlich sagen, dass es für alle Aufgaben natürlich wieder Spezialisten gibt, die diese dann in höchster Perfektion ausführen - dafür aber nichts anderes. Ohne einem individuellen Hund zu nahe treten  zu wollen, sind Border Collies und Kelpies die spezialisierteren Hütehunde, wer einen Wachhund braucht greift vermutlich eher zu Rottweiler, Dobermann oder Deutschem Schäferhund und wer einen freundlichen Familienhund mit hoher Toleranzschwelle sucht ist mit einem Labrador vermutlichbesser bedient. Wo aber auch innerhalb einer Aufgabe Vielseitigkeit gefragt ist, wie zum  Beispiel in der Rettungshundearbeit, macht dem Aussie so leicht keiner etwas vor. und wer einen vielseitig begabten, intelligenten Hund sucht, einen richtigen Allrounder eben, wird am Australian Shepherd viel Freude haben. 5. Der Aussie ist reserviert gegenüber Fremden  Durch seinen ausgeprägten Schutzinstinkt ist der erwachsene Aussie häufig recht reserviert gegenüber Fremden. Da Aussies spätentwicler sind, und erst mit rund 3 Jahren körperlich wie geistig erwachsen sind, kann dieses Verhalten auch noch recht spät einsetzen und der junge Hund, der vorher jeden Fremden freudig begrüßt hat, will jetzt keine neuen Bekanntschaften mehr schließen. Um es klar auszudrücken, reserviert heißt in diesem Zusammenhang nicht aggressiv. Natürlich gibt es Aussies, die auch noch im Erwachsenenalter jeden Fremden freundlich bis überschwänglich begrüßen und die freudig als Therapiehunde oder Besuchshunde arbeiten. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass das keine rassetypische Verhaltensweise ist und wer einen Australian Shepherd in erster Linie für eine solche Aufgabe sucht sollte sich überlegen, ob nicht doch eine andere Rasse geeigneter ist, bzw. sich beide Elterntiere sehr gut ansehen, und nur wenn beide offensichtlich freudig auf Fremde zugehen, zugreifen. Natürlich kommt es sehr darauf an, ob der Hund später immer mit den selben Menschen oder ständig mit verschiedenen zu tun haben soll. Außerdem macht es für manche Hunde einen großen Unterschied, ob sie es mit Kindern odern Erwachsenen zu tun bekommen. Ein gehorsamer und gut erzogener Aussie wird sich jeder Aufgabe stellen, aber aus meiner Sicht ist es dem Hund gegenüber unfair, ihn diesem Stress auszusetzen. Gerade solche Aufgaben wie Therapie- und Besuchshundarbeit kann ein Hund nur erfüllen, wenn er freudig bei de Sache ist. 6. Die Arbeitsweise des Aussies ist aggressiv und durchsetzungskräftig Der Aussie wurde dazu gezüchtet, sowohl große Schaf-als auch Rinderherden zu hüten und zu treiben. Im Vergleich dazu sind Border Collies rein zum Schafe hüte gezüchtet. Es ist ganz klar, dass das Hüten von Rindern einen wesentlich durchsetzungsfähigeren Hund erfordert, als das beim reinen Schafe hüten der Fall ist. Während dem Border Collie sein stechender Blick zum Hüten der Schafe genügt, ist der Aussie darauf angewiesen, den ihm körperlich bei weitem überlegenen Rindern auch mal in die Fersen zu zwicken, um sie buchstäblich auf den rechten Weg zurückzuführen. Infolgedessen ist die Arbeitsweise des Aussies wesentlich draufgängerischer als die des Border Collies mit dem er so häufig verglichen wird. Der Aussie wurde darauf gezüchtet, seine Wünsche nachdrücklich durchzusetzen. Daran sollte man denken, wenn der junge Aussie anfängt, die Kinder oder die ganze Familie zu hüten. Unabhängig davon, dass so ein Verhalten natürlich überhaupt nicht gefragt ist, kann ein kräftiges Kneifen in Kinderwaden auch ganz schön schmerzhaft sein. Auch bei der Arbeit in ihrer Ersatzbeschäftigung Agility sieht man oft Aussies, die fordernd bellen oder sogar Herrchen bzw. Frauchen anspringen und in Arme oder Beine zwicken, wenn es ihnen nicht schnell genug vorwärts geht. Die Gratwanderung, einerseits einen triebigen und gut mitarbeitenden Hund zu haben, andererseits einen, der dem Menschen die Führung überläßt, ist nicht immer leicht. Ein Australian Shepherd braucht klare Führung um das zu sein, was er sein kann: Ein traumhafter Hund.               .