Home News Über Uns Meine Hunde Zucht Australian Shepherd Kontakt/Impressum Links
Rassetypische Krankheiten
Wie bei vielen anderen Rassehunden und Mischlingen gibt es auch beim Australian Shepherd verschiedene Erbkrankheiten, die mehr oder weniger häufig auftreten. Die Länge dieser Liste soll nicht heißen, dass jeder Australian Shepherd ein fürchterlich kranker Hund ist. Sie zeigt aber, dass es in der Rasse Probleme gibt, über die man sich im Klaren sein sollte. Der Australian Shepherd als Rassehund ist eine noch vergleichsweise junge Rasse, die hauptsächlich durch die spektakulären Vorführungen von Jay Sisler während Rodeopausen in den 60er Jahren einer breiteren Bevölkerung bekannt wurde. Vor allem in den Anfängen der Zucht gab es eine sehr starke Linienzucht, die nicht nur dazu beigetragen hat, das äußere Erscheinungsbild zu festigen, sondern auch bestimmte Erkrankungen und Gendefekte im Genpool zu verankern. Insofern ist es für jeden Züchter wichtig, die Linien seiner Hunde genau zu kennen, um das Risiko von Erbkrankheiten möglichst gering zu halten. Zur Verteidigung der Züchter muss allerdings gesagt werden, dass Informationen über Erbkrankheiten oft sehr schwer zu finden sind, da früher wie auch heute das Auftreten von Erkrankungen in bestimmten Linien leider häufig verschwiegen wird. Das Sammeln von diesbezüglichen Daten bedeutet für den guten Züchter also eine intensive Recherche und einiges an Detektivarbeit. Wer sich diese Mühe nicht machen möchte bzw. die zur Verfügung stehenden Gentests nicht nutzt geht ein hohes Risiko ein indem er mehr oder weniger geplant Hunde vermehrt. Züchten bedeutet die Rasse zu verbessern, sowohl in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Rassetyp. Trotz alledem ist der Australian Shepherd eine vergleichsweise gesunde Rasse, vorausgesetzt er stammt aus einer guten und kontrollierten Zucht. Hüftgelenksdisplasie (HD) HD ist eine im Wesentlichen genetisch bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die durch verschiedene äußere Einflüsse, wie Fehlernährung, zu starke oder falsche Belastung, insbesondere während der Wachstumsperiode, verstärkt werden kann. Bei einem Hund mit HD ist die Hüftgelenkspfanne flacher, so dass der Oberschenkelkopf keinen richtigen Halt findet. Je nach dem Grad dieser Fehlentwicklung spricht man von leichter, mittlerer oder schwerer HD. Die Fehlstellung des Hüftgelenks führt im Laufe der Zeit je nach Schwererad zu weiteren Folgeerkrankungen des betroffenen Gelenks, wie z.B. Veränderungen der beteilgten Knorpel und Knochen durch den Versuch des Körpers die Fehlstellung zu kompensieren, Arthrosen, etc. Bei allen im VDH gezüchteten Australian Shepherds ist das Röntgen der Zuchttiere auf HD im Alter von frühestens 18 Monaten eine Pflichtuntersuchung. Diese Röntgenbilder werden zur Auswertung durch einen anerkannten Fachtierarzt eingeschickt, auf deren Basis der HD Grad ermittelt wird. Dabei gibt es die Grade A1/A2, B1/B2, C1/C2, D und E. Während A als HD-frei und B als leichte Übergangsform gilt, ist C bereits leichte, D mittlere und E schwere HD. Die Zucht mit HD A und B Hunden ist uneingeschränkt erlaubt, HD C, D und E Hunde sind komplett aus der Zucht ausgeschlossen. Wie gesagt, sind dies die Zuchtbeschränkungen innerhalb des VDH/CASD, doch folgen verantwortungsbewußte Züchter im ASCA freiwillig ähnlichen Beschränkungen und lassen ihre Zuchttiere ebenfalls auf HD röntgen. Da es sich bei vielen Aussies um Importtiere aus Amerika handelt anbei noch eine Tabelle,die die amerikanischen OFA (Orthpadic Foundation for Animals) in unsere FCI-Bezeichnungen umwandelt. Ellenbogendysplasie (ED) Ebenso wie die HD ist ED eine erblich bedingte Verknöcherungsstörung, in diesem Fall des Ellebogengelenks, die allerdings erheblich seltener auftritt als die weitaus bekanntere Hüftgelenksdysplasie. Ein dreieckiges Knochenstückchen, das bei gesunden Hundenwährend der Welpenzeit mit der Elle verwächst bleibt in diesem fall frei im Gelenk und führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie in der Folge zu Arthrosen und weiteren Degenerationserscheinungen. Alle Zuchthunde sollten daher grunsdsätzlich ebenso auf ED wie auch auf HD geröntgt werden, auch wenn diese Untersuchung für die Zucht nicht zwingend vorgeschrieben ist. Die ED Auswertungen werden mit ED0, ED1, ED2 und ED3 angegeben, wobei ED0 ein normales Ellenbogengelenk darstellt, und ED1 für leichte, ED2 für mittlere und ED3 für schwere Ellenbogendysplasie steht. Katarakt (HC/HSF4) Katarakt, auch besser bekannt als Grauer Star, ist eine Trübung der Linse, die aus verschiedenen Gründe, z.B. Verletzungen in Verbindung mit starker Entzündung des Auges, Diabetes, etc. entstehen kann. Darüber hinaus gibt es beim Australian Shepherd, wie auch bei einigen anderen Hunderassen eine erbliche Kataraktform, häufig als HC (=Heriditary Cataract) bezeichnet. Beim Australian Shepherd ist unter anderem das HSF4 Gen an der Vererbung des Grauen Star beteiligt. HC äußerst sich meistens durch eine bipolaren, also beidseitigen, posterior polaren Katarakt. Die gute Nachricht ist, dass diese Kataraktform nur sehr selten zur kompletten Erblindung des Hundes führt. Unglücklicherweise kennt man zwar das HSF4 Gen, das maßgeblich an der Vererbung der Katarakt beteiligt ist, allerdings ist es in diesem Fall leider nicht ganz so einfach. Bedauerlicherweise wird die Katarakt dominant vererbt, so dass auch Hunde mit nur einem Träger des Gens durchaus erkranken. Allerdings scheint die Wahrscheinlichkeit, an Katarakt zu erkranken, wenn der Hund das Gen doppelt trägt, erheblich größer zu sein. Dennoch ist auch bei einfachem Gen laut Untersuchungen die Wahrscheinlichkeit zu erkranken signifikant erhöht. De facto heißt das aber auch, dass es Hunde gibt, die trotz des mutierten HSF4 Gens nie an Katarakt erkranken, andererseits gibt es Hunde, die frei vonder HSF4 Mutation sind und trotzdem an Katarakt erkranken. Insofern ist der Gentest auf die HSF4 Mutation zwar ein deutlicher Anhaltspunkt für die Gefahr der Erkrankung an erblicher Katarakt, gleichzeitig steht aber auch fest, dass ein oder mehrere weitere Gene an der Vererbung beteiligt sind. Derzeit läuft eine Studie in England, die die Kataraktvererbung weiter aufklären soll. Hoffen wir, dass es demnächst neue Erkenntnisse gibt. Collie Eye Anomaly (CEA) CEA ist eine weitere erbliche Augenerkranhung die wie der Name schon sagt, am häufigsten bei Collies, aber auch bei verwandten Rassen vorkommt. Dabei sind die Netzhautvenen und -arterien ungewöhnlich stark gewunden und es tritt ein blasser Bereich am Augenhintergrund auf. Gleichzeitig ist das Tapetum (die Reflexionsschicht) der Aderhaut schwach entwickelt. Aus diesem Grund ist die Diagnose von CEA insbeosndere bei Aussies in merle Färbung nur durch einen Fachmann möglich. Für innerhalb des VDH gezüchtete Aussies ist eine Welpenaugenuntersuchung vor der Wurfabnahme vorgeschrieben. Die Ergnebnisse dieser Untersuchung werden im Wurfabnahmeprotokoll vermerkt. In Bezug auf CEA ist das deshalb so wichtig, weil die Erkrankung gerade in den ersten Lebenswochen sehr ugt diagnostiziert werden kann, während bei einem leichteren Verlauf eine Diagnose in höherem Lebensalter nicht mehr möglich ist. Durch die Augenuntersuchung im Welpenalter können betroffene Hunde erkannt und folglich aus der Zucht ausgeschlossen werden. Um auch Träger der Erkrankung zu identifizieren gibt es einen Gentest. Dieser ist allerdings für die Zuchtzulassung nicht vorgeschrieben. Die Vererbung erfolgt rezessivso dass nur Hunde mit zwie Kopien des mutierten Gens an CEA erkranken, während Hunde mit nur einer Kopie zwar gesund sind, die Erkrankung aber an ihre Nachkommen weitergeben können. Die Auswertung des Gentests wird mit CEA N/N, N/M oder M/M angegeben. N/N bedeutet dabei, dass der Hund frei von der Genmutation ist, bei N/M besitzt der Hund eine Kopie des betroffenen Gens und ist somit Träger der Krankheit ohne jedoch selbst zu erkranken. M/M sind Hunde mit zwei mutierten Genen, die selbst von der Erkrankung betroffen sind. CEA kommt beim Australian Shepherd vor, ist jedoch eine eher seltene Krankheit. PRA (Progressive Retina Atropie) Die Progressive Retina Atropie ist ebenfalls eine Augenerkrankung, die jedoch beim Australian Shepherd so gut wie nie vorkommt. Es handelt sich dabei um eine fortschreitende Netzhautablösung die letztendlich zur vollständigen Erblindung des Hundes führt. Hier wird sie nur deshalb mit aufgeführt, weil es einen Gentest gibt, über den sich die Gefahr der Vererbung von PRA zu 100% ausschließen lässt. MDR1 (Multi Drug Resistance) Der MDR1 Defekt tritt in erster Linie bei britischen Hütehunden und verwandten Rassen, also auch dem Australian Shepherd, auf. Es handelt sich hierbei um einen Gendefekt, eine Mutation des MDR1 Gens, die dazu führt, dass bestimmte Substanzen die Blut Hirn Schranke passieren können. Das bedeutet, dass Aussies mit dem MDR1 Defekt auf bestimmte Medikamente, die für Hunde ohne den Defekt völlig unproblematisch sind, mit starken Vergiftungserscheinungen und neurologischen Ausfallerscheinungen reagieren die häufig tödlich sind. Bekannt ist besonders das Entwurmungsmittel Ivermectin, das vor allem bei Pferden Verwendung findet. Der Erbgang ist rezessiv, d.h. vom MDR1 Defekt sind nur Hunde betroffen, die die MDR1 Mutation zweifach besitzen. Man spricht beim MDR1 Defekt von +/+, +/- oder -/- Hunden (alternativ N/N, N/M bzw, M/M, wobei N für “Normal” und M für “Mutiert” steht). Somit sind +/+ Hunde frei vom MDR1 Defekt, +/- Hunde haben das mutierte Gen in einfacher Ausführung, sind also nicht betroffen aber dennoch Träger des Defekts, den sie an ihre Nachkommen weitergeben können und -/- Hunde sind vom MDR1 Defekt betroffen. Aufgrund der rezessiven Vererbung und der Möglichkeit eines Gentests, der für die innerhalb des VDH gezüchteten Hunde vorgeschrieben ist, sollte sich Defekt eigentlich mittelfristig aus dem Genpool entferbnen lassen. Es gibt allerdings noch keine Vorschriften über die Zuchtverwendung von MDR1 -/- Hunden bzw. über erlaubte Anpaarungen. Insofern dürfen derzeit weiterhin Würfe gezüchtet werden, bei denen betroffene Welpen fallen können. Viele Hundebesitzer und auch Züchter sehen den MDR1 Defekt nicht als wirkliche Krankheit an, da der Hund abgesehen von der Unverträglichkeit bestimmter Medikamente keine weiteren Probleme hat. Andererseits kommen täglich neue Medikamente auf den Markt über deren Wirkung hinsichtlich des MDR1 Defekts eventuell noch nichts bekannt ist. Darüber hinaus kann es genauso passieren, dass ein neu auf den Markt gekommenes Medikament für den Hnd lebenswichtig wäre, er es aber auf Grund des MDR1 Defekts nicht bekommen darf. Insofern kann ich persönlich nicht nachvollziehen, dass in der Aussiezucht ein Wurf geplant wird, bei dem betroffene Welpen geboren werden können, zumal der Genpool beim Australian Shepherd ausreichend groß ist und genug nicht betroffene bzw. defektfreie Hunde für die Zucht zur Verfügung stehen. Epilepsie Epilepsie ist eine der am schwersten zu diagnostizierenden Erkrankungen überhaupt. Krampfanfälle können durch die unterschiedlichsten Erkrankungen, beispielsweise Vergiftungen und hormonellen Störungen, ausgelöst werden. Hinzu kommt, dass ein Petit Mal Anfall zum Teil weder vom Hundebsitzer noch von einem guten Teil der Tierärzte als solcher erkannt wird. Die erbliche Form der Epilepsie nennt sich auch idiopathische Epilepsie. Epilepsie ist eine fürchterliche Krankheit und scheint gerade beim Aussie medikamentös recht schwer einstellbar zu sein. Die Vererbung ist bislang unklar, es scheint sich aber um einen an mehrere Gene gekoppelten, vermutlich rezessiven Erbgang zu handeln. Insbesondere bei Epilepsie gibt es eine hohe Dunkelziffer und Erkrankungen in den eigenen Linien oder bei verwandten Hunden werden häufig verheimlicht. Zuchttechnisch ist das natürlich katastrophal, da auf diese Art nahe verwandte Tiere in der Zucht bleiben und die Erkrankung weiter verbreiten. Das Leben mit einem an Epilepsie erkrankten Hund ist ein Weg durch die Hölle für Hund und Halter. Leider gibt es für idiopatische Epilepsie noch keinen Gentest, Forschungen in dieser Richtung sind aber im Gange, insofern besteht die Hoffnung, dass sich in näherer Zukunft auch Epilepsie über einen Gentest nachweisen lässt.